Desertec
Im Juni 2009 sitze ich an verschiedenen Treatments, u.a. zu dem Thema „Fusionskraftwerk und die zukünftige Energieversorgung“. Bei meiner Recherche stoße ich auf einen Artikel in dem Wirtschaftsmagazin „Brand eins“. Die dort erzählte Geschichte zieht mich sofort in ihren Bann: sie handelt von einem pensionierten Physiker namens Dr. Gerhard Knies. Dieser Mann hat eine Vision. Und die will er in die Tat umsetzen. Alle Zutaten der Realisierung sind vorhanden. Sind wissenschaftlich erforscht. Sind praktizierbar. Alles ist leicht verständlich – ganz im Gegensatz zu der schweren Kost von Kernschmelze, Fusionskraftwerk, Versuchsreaktor ITER und Wendelstein 7-X .
Einfache Sätze wie „das Prinzip ist kinderleicht: ein Brennglas in Groß“, „das Problem ist mit vorhandener Technik zu einem bezahlbaren Preis lösbar“, „man muss nicht forschen (…) sondern bauen“ und viele weitere klar verständliche Sätze prägen sich in mein Gehirn ein.
Ich wusste, das ist mein Thema!
Das Thema hat alles, was eine gute Geschichte ausmacht: Die ist sensationell einfach. Sie kann eine praktikable Lösung für die drängendsten Problemstellungen der globalen Welt sein: Klimawandel und Erderwärmung, Endlichkeit der Ressourcen, Oil Peak und das Ende des fossilen Wohlstandes. Es könnte sogar das Problem des Wassermangels der nordafrikanischen Länder lösen.
Und schon sehe ich Dr. Gerhard Knies in meinem Film vor einer Landkarte stehend, auf ein winzig kleines rotes Quadrat zeigend, eingezeichnet mitten in die nordafrikanische Sahara. Und er sagt einen Satz: „Die Wüsten der Erde empfangen in 6 Stunden mehr Energie von der Sonne, als die Menschheit in einem Jahr verbraucht.“

Filmische Umsetzung
Der Film DESERTEC muss genau so klar und einfach sein, wie die Idee und Vision von DESERTEC selbst.
Der Film will die Botschaft einer sauberen Energieversorgung kraft der Sonne verstehbar machen: er erklärt die dahinter stehende Technologie. Er zeigt, dass verschiedene Solarkraftwerke heute bereits erfolgreich in Betrieb sind, dass sie erprobt sind.
Der Film will aber auch das Sammelsurium an erneuerbaren Energiequellen vorstellen, die alle in dem Projekt DESERTEC zum Nutzen einer sauberen Energieversorgung vereint werden.
Der Film macht sich auf die Suche nach den neuesten technischen Verbesserungen bei der Gewinnung erneuerbarer Energien. Auf dass der Strom aus zukunftsträchtigen Energiequellen ebenso günstig wird wie der auf Kosten der Natur gewonnene.
Film will den Zuschauer mit auf eine Reise in eine sichere Zukunft nehmen: er stellt fremde Länder, andere Denkweisen, andere Kulturen vor und bietet ein näheres Kennenlernen an. Denn in einer globalen Welt sollten die globalen Probleme mit globalen Lösungsansätzen angepackt werden.
Und der Film nimmt die Kritik am Projekt DESERTEC ernst. Die Kritik ist berechtigt und nur die ernsthafte Auseinandersetzung damit bringt das Projekt voran. Nur so ist es zu schaffen, dass diese revolutionäre Vision gegen alle Ängste und Vorbehalte der vielen unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen eines so großen Teiles von Europa und Nordafrika wahr wird.
© evaluationmedia, Christoph Redl
